Bericht von der Landessynode 2018

ekir2018 01 08 foto vollrath klBei der diesjährigen Landessynode vom 07. bis 12. Januar nahmen Superintendent Bernhard Seiger, Pfarrer Stefan Jansen-Haß (Brühl), Udo Bühler (Sindorf) und Mirco Leibig (Lechenich) für den Kirchenkreis Köln-Süd teil. In diesen Tagen wurden in Bad Neuenahr als Schwerpunktthemen die Begegnung mit Muslimen und das Friedenswort 2018 in Plenum und Tagungsausschüssen behandelt.

Darüber hinaus gab es auch in diesem Jahr mit insgesamt 35 Drucksachen eine große Menge an Themen zu behandeln und zu diskutieren, teilweise bis tief in die Abendstunden.

Hier eine Übersicht der wichtigsten Beschlüsse:

- Für die Begegnung mit Muslimen hat die Landessynode eine theologische Positionsbestimmung beschlossen. Der Dialog soll vertieft werden. Die Kirchenleitung soll Rückmeldungen der Kirchengemeinden, Kirchenkreise und Einrichtungen auswerten und Vorschläge entwickeln, wie die Begegnung mit Muslimen weiter gestärkt werden kann.

- Anlässlich des Endes des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren schloss sich die Landessynode mit einem Friedenswort 2018 dem von der Partnerkirche United Church of Christ (UCC) in den USA vertretenen Modells eines gerechten Friedens an, als Gegenmodell zum “gerechten Krieg”.

- Kirchliche Träger können in bestimmten Arbeitsbereichen auch Angehörige nichtchristlicher Religionsgemeinschaften als Mitarbeitende einstellen, wenn in der entsprechenden Einrichtung in erheblichem Umfang Menschen betreut werden, die keiner christlichen Kirche angehören oder wenn die Beschäftigung der interkulturellen Öffnung dient. Voraussetzung ist in jedem Fall eine entsprechende Grundkonzeption.

- Die Landessynode hat die Kirchenleitung beauftragt, die Modalitäten der Kirchensteuerverteilung in 2019 ergebnisoffen zu überprüfen. Überlegt wird, die Kirchensteuern künftig landeskirchenweit pro Kopf zu verteilen. Bisher erfolgt die Verteilung so, dass Kirchenkreise mit einkommensstärkeren Gemeindegliedern höhere Steueraufkommen erhalten. Wobei von diesem Kirchensteueraufkommen bereits jetzt durch ein übersynodales Finanzausgleichsgesetz Anteile des Aufkommens an einkommenschwächere Kirchenkreise solidarisch verteilt werden. 

- Durch ein Erprobungsgesetz besteht künftig die Möglichkeit, das einzelne Gemeinden, Kirchenkreise und Verbände in bestimmten Bereichen vom Kirchenrecht abweichen können. Dazu erteilt die Kirchenleitung entsprechende Genehmigungen, wenn die Vorteile die Risiken überwiegen und keine gesamtkirchlichen Interessen entgegen stehen. Die jeweiligen Erprobungen werden als Verordnungen im Amtsblatt veröffentlicht, werden auf fünf Jahre befristet und von der Kirchenleitung dokumentiert und ausgewertet.

- Unter dem Motto “Leichtes Gepäck” will die Landessynode bürokratische Hürden abbauen. Sie hat z.B. manche Genehmigungserfordernisse gestrichen und die Möglichkeit eröffnet, dass zwei Gemeinden einen gemeinsamen Fachausschuss bilden. Sie hat die Kirchenleitung beauftragt, Arbeitsgruppen einzusetzen, das Kirchenrecht weiter zu vereinfachen, die Belange Ehrenamtlicher stärker zu berücksichtigen und die Handlungsspielräume der Gemeinden und Kirchenkreise zu erweitern.

- Als Nachfolgerin von Oberkirchenrat Klaus Eberl wählte die Landessynode die bisherige Düsseldorfer Superintendentin Henrike Tetz zum neuen hauptamtlichen Mitglied der Kirchenleitung und Leiterin der Abteilung 3 “Erziehung und Bildung” des Landeskirchenamtes. Zum neuen Vorsitzenden des Ausschusses für Erziehung und Bildung wählte die Synode den 42-jährigen Düsseldorfer Berufsschulpfarrer Dr. Sascha Flüchter.

- Vor der nächsten Landessynode 2019 findet vom 4. bis 6. Januar 2019 eine Jugendsynode statt, auf der sich ausgewählte Landessynodale gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Evangelischen Jugend im Rheinland mit Entwicklungen im Bereich Jugend-Kirche-Gesellschaft befassen und Vorlagen der Landessynode 2019 vorberaten werden.

Weitere Beschlüsse wie z. B. den Jugendbericht, welcher der Landessynode alle  vier Jahre  die aktuelle Situation von Kindern und Jugendlichen darlegt, oder dem Haushalt 2018 finden Sie unter http://www.ekir.de/www/ueber-uns/landessynode2018-beschluesse29666.php.

Man merkt jedes Jahr aufs Neue, wie vielfältig unsere rheinische Kirche ist und wie unterschiedlich die einzelnen Voraussetzungen vor Ort sind, was bereits heute zu intensiven Diskussionen führt, aber vor allem in der Zukunft weitere solidarische Beschlüsse einfordern wird. Nächstes Jahr wird die Landessynode, direkt im Anschluss zur Jugendsynode, vom 06. - 11.01.2019 stattfinden. Auch dann wieder mit Beteiligung aus der Gemeinde Lechenich.

gez. Mirco Leibig